Willkommen

Sie interessieren sich für die Angehörigenproblematik der Sucht? Vielleicht weil Sie selbst - als Partner, Eltern, Kind, Geschwister, Freund - betroffen sind, weil Sie suchtkrank waren oder weil Sie als Suchthelfer arbeiten? Diese Website ist angehörigenzentriert und solidarisiert sich parteiisch mit den Angehörigen und Kindern von Suchtkranken.

Gibt es Co-Abhängigkeit? Es wird behauptet, dass der Begriff Angehörige als krank stigmatisiere und er deshalb nicht mehr genutzt werden solle. Der meines Erachtens Pseudo-Diskurs lenkt davon ab, dass Suchthilfe, -politik und -forschung in der Angehörigenproblematik bis heute großen Entwicklungsbedarf haben. Für mich ist der Begriff Co-Abhängigkeit eine Überschrift, die einer vielschichten und facettenreichen psychischen, sozialen und auch gesellschaftlichen Problematik einen Namen gibt. Einen Besseren haben wir aktuell nicht.

Angehörige haben es schwer und sie leiden genauso unter den Folgen und Begleiterscheinungen der Sucht wie die Suchtkranken. Im Berufsalltag, auf Tagungen, in Fortbildungen oder Workshops mache ich die erfreuliche Erfahrung, dass viele KollegInnen das Defizit sehr wohl erkannt haben: "Eigentlich müssten wir viel mehr tun!" In der Hinwendung, Beachtung und Unterstützung von Angehörigen, davon bin ich überzeugt, liegt eine riesen Chance, uns zu verbessern und eine effektivere Suchthilfe zu entwickeln.

Ihr Jens Flassbeck

2020-03 | Photoetry

Neuerscheinung: Sturm, C. (2019). Sucht vergeben. Berlin: Neopubli.

Das Buch ist das Ergebnis der mutigen und feinfühligen Kooperation der Fotografin Christa Sturm und einer Angehörigengruppe Suchtkranker. Durch die Kombination von Foto und Poetry wird der Angehörigenproblematik bewegend und eindrucksvoll Gesicht und Stimme gegeben.

2020-02 | COA-Aktionswoche

Vom 09. bis 15.02.2020 findet die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt. Ziel der jährlich zum Valentinstag durchgeführten Woche ist es, den vergessenen Kindern eine Stimme zu geben und Öffentlichkeit für die gesellschaftlich tabuisierte Thematik herzustellen. Jeder kann mit Veranstaltungen oder Aktionen beitragen. Die Woche wird von NACOA Deutschland, Such(t)- und Wendepunkt e.V. und Kunst gegen Sucht e.V. koordiniert. Die Aktionswoche hat dieses Jahr einen negativen Beigeschmack. Die "AG Kinder psychisch und suchtkranker Eltern" des Bundestages ist zu keinem konkretes Ergebnis gelangt. Die Vertreter/innen der Bundesministerien in der AG haben sich genau darum herumgedrückt. Der Aufruf zur Aktionswoche ist entsprechend kritisch und kämpferisch ausgefallen:

Da im März Abgabetermin für unser neues Buch über die Psychotherapie mit traumatisierten erwachsenen Kindern aus Suchtfamilien ist (s.u.) und die Zeit vor der Abgabe stressig ist, nehme ich in 2020 leider nicht mit einer eigenen Veranstaltung an der Woche teil. Indirekt bin ich erfreulicherweise doch beteiligt. Die Landeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von Rheinland-Pfalz hat zur Aktionswoche eine informative Broschüre zu den komplex traumatisierten "stillen Mädchen" herausgeben, Titel: "Erkennen, erreichen, ermöglichen". Vornehmlich besteht diese aus einer Zusammenfassung eines Impulsreferats, den ich in 2019 auf einem zweitägigen Workshop des Arbeitskreises „Hilfen für Kinder aus suchtbelasteten Familien in Rheinland-Pfalz“ hielt. Der Text basiert auf dem zweiten Kapitels unserer geplanten Publikation. Ich danke der LZG und dem Arbeitskreis für die gelungene Kooperation.

2020-01 | Artikel über Wut

Co-abhängige Angehörige haben gewöhnlich ein äußerst gespaltenes Verhältnis zum Gefühl Wut. Es ist gehemmt, wird nicht wahrgenommen und kann nicht ausgedrückt werden. Doch können auch, selten zwar, die Dämme brechen und es kommt zu aggressiven Ausbrüchen, die im Nachhinein Schuldgefühle auslösen und noch stärkere Bemühungen, sich zu kontrollieren. "Wer Wut unterdrückt, kann depressiv werden", ist ein trefflicher und empfehlenswerter Artikel des Deutschlandfunks zu Facetten und Bedeutungen eines lebendigen Emotion, welche wir für Selbstbehauptung und -entfaltung brauchen.

2019-10 | Artikel

Der nebenstehende Artikel wurde im Jahresjournal des Landesverbands der Freundeskreise von NRW veröffentlicht. Der Artikel wie auch die Selbsthilfegruppe sind aus der Zusammenarbeit von dem wertgeschätzten Vorsitzender der Gütersloher Selbsthilfe, Günter Philipps, und mir entstanden.

2019-09 | Buchprojekt

Die Katze darf aus dem Sack: Der Vertrag bei meinem Hausverlag Klett-Cotta für das neue Buchprojekt ist unterzeichnet. Seit Jahren hatte ich schon ein Konzept im Kopf, allein es fehlte Zeit und Raum. Seit Beginn des Jahres sitzen eine Kollegin und ich nun schon dran und sind fleißig am Schreiben. Der erste Manuskriptentwurf ist fast fertig, im Frühjahr 2020 ist Abgabetermin und im September 2020 soll das Werk erscheinen. Der Titel lautet: Die langen Schatten der Sucht - Zur Behandlung komplexer Traumafolgen bei erwachsenen Kindern aus Suchtfamilien. Unser Behandlungsprogramm "Reden, fühlen, trauen" und ist von Claudia Blacks berühmten Regeln: "Don´t talk, don´t feel, don´t trust", abgeleitet. Das Buch wird sich an therapeutische Fachleute richten, also z.B. Psychotherapeuten, Suchttherapeuten, Ärzte, Sozialarbeiter und Pädagogen.

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