Willkommen

Sie interessieren sich für die Angehörigenproblematik der Sucht? Vielleicht weil Sie selbst als Partner, Eltern, Kind, Geschwister oder Freund betroffen sind, weil Sie sich in der Selbsthilfe engagieren oder weil Sie als Suchthelfer arbeiten? Vielleicht auch weil Sie süchtig betroffen sind und sich dafür interessieren, wie andere unter Ihrer Sucht gelitten haben? Diese Website ist angehörigenzentriert und solidarisiert sich parteiisch mit den Angehörigen und Kindern von Suchtkranken.

Gibt es Co-Abhängigkeit? Es wird behauptet, dass der Begriff Angehörige angeblich als krank stigmatisiere und er deshalb nicht mehr genutzt werden solle. Der meines Erachtens Pseudo-Diskurs lenkt davon ab, dass Selbsthilfe, Suchthilfe, -politik und -forschung in der Angehörigenproblematik bis heute einen großen Entwicklungsbedarf haben. Für mich ist der Begriff Co-Abhängigkeit eine Überschrift, die einer vielschichten und facettenreichen psychischen, sozialen und auch gesellschaftlichen Problematik einen prägnanten Namen gibt.

Angehörige haben es schwer und sie leiden genauso unter den Folgen und Begleiterscheinungen der Sucht wie die Suchtkranken. Im Berufsalltag, auf Tagungen, in Fortbildungen oder Workshops mache ich die erfreuliche Erfahrung, dass viele KollegInnen das Defizit sehr wohl erkannt haben: "Eigentlich müssten wir viel mehr tun!" In der Hinwendung, Beachtung und Unterstützung von Angehörigen, davon bin ich überzeugt, liegt eine riesen Chance, uns zu verbessern und eine effektivere Selbst- und Suchthilfe zu entwickeln.

Ihr Jens Flassbeck

2021-01 | Webinar

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, mich mehr auf die Fort- und Ausbildung von Nachwuchskräften in den Bereichen Prävention, Sozialarbeit, Suchtberatung und -therapie sowie Psychotherapie zu konzentrieren. Ein erstes Online-Seminar wird im Mai in Kooperation mit dem österreichischen Verein für psychosoziale und psychotherapeutische Aus-, Fort- und Weiterbildung (VPA) stattfinden. Das Webinar hat den Titel: Zur Behandlung des Suchttraumas - "Don´t talk, don´t feel, don´t trust".

» Ankündigung

2020-12 | Weiße Weihnacht

"Alle Kinder haben ein Recht auf Weiße Weihnacht". Unter diesem Motto nehme ich seit Jahren an der Kampagne Weiße Weihnacht teil und verzichte in Solidarität mit den Kindern aus Suchtfamilien über die Feiertage auf Alkohol. Unberauscht singt es sich viel schöner am leuchtenden Weihnachtsbaum. Und weil das Feiern mit nüchternen Kopf mehr Spaß macht, dehne ich die Aktion ebenfalls auf Silvester und andere Feiertage aus. Ein heißer Kinder- oder Teepunsch zum Jahreswechsel schmeckt und wärmt wunderbar und das Feuerwerk kann man mit nüchternen Augen viel klarer genießen. Ich wünsche besinnliche Festtage!

» Website Weiße Weihnacht

2020-12 | COA-Aktionswoche

Vom 14. bis 20. Februar 2021 wird die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien unter dem Motto: "Vergessenen Kindern eine Stimme geben", stattfinden. Sie wird von NACOA Deutschland und Such(t)- und Wendepunkt Hamburg koordiniert. Alle Informationen zu Veranstaltungen und Anregungen zum Mitmachen finden sich auf der Website der Aktionswoche. Dort können auch eigene Veranstaltungen angekündigt werden.

» Website COA-Aktionswoche

2020-11 | Forschungsprojekt

Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersucht das Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ), wie die Unterstützung suchtbelasteter Familien durch eine engere Vernetzung von Sucht- und Jugendhilfe verbessert werden kann. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Im Juni 2020 wurde der zweite Zwischenbericht des Projektes veröffentlich. In diesem wird suchtkranken Eltern breiter Raum gewährt, über ihre Erfahrungen mit den Hilfesystemen zu reflektieren. Anhand der authentischen Schilderungen der Betroffenen werden die Stärken und Schwächen in der Vernetzung konkret benannt. So gibt der Bericht tiefe Einblicke ins System und legt die Finger direkt in die Wunden.

Doch stellt sich mir die Frage, warum vom BMG schon wieder eine neue Studie aufgelegt wird? Die aufgezeigten Defizite sind seit drei Jahrzehnten wohl bekannt und seitdem verspricht eine Drogenbeauftragte der Bundesregierung nach der anderen Besserung. Nüchtern betrachtet ist vorherzusagen, dass auch diese Studienergebnisse folgenlos in den Schubladen des Bundesministeriums verschwinden werden.

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2020-11 | Rezension

Im August ist das Buch Die langen Schatten der Sucht von der Kollegin Judith Barth und mir erschienen, welches über Anamnese, Diagnostik, Analyse und die Behandlung von Traumafolgestörungen als Folge einer suchtbelasteten Kindheit handelt. Jetzt ist auf Socialnet.de die erste Rezension erschienen. Sie ist von Anja Schoop, Diplom Sozialpädagogin in der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Herford, verfasst worden. Die Rezensentin ist dort für die Angehörigenberatung zuständig.

» Rezension

2020-11 | Website

Es gibt eine neue, spannende Website: Wissensnetzwerk Kinder in suchtbelasteten Familien. Die Seite wird gerade aufgebaut und richtet sich an Fachleute und Interessierte. Herausgeber ist die Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA mit Sitz in Essen. Die Seite ist ansprechend und intelligent gestaltet und verspricht, sehr informativ zu werden. Schauen Sie mal drauf!

» Website w-kis.de

2020-11 | CO-ABHAENGIG.de

Im letzten Monat habe ich die gesamte Website inhaltlich und gestalterisch einem Facelift unterzogen. Auch sind - mit wertgeschätzter Unterstützung der Autoren-Kollegin Frau Barth - zwei neue Seiten hinzugekommen. Die eine Seite besteht aus einem FAQ für Angehörige mit zwölf typischen Fragen von Angehörigen. Und die andere Seite widmet sich dem Thema der co-abhängigen Transmission. So nenne ich das transgenerative Phänomen, dass Töchter aus Suchtfamilien als erwachsene Frauen eine Neigung zeigen, sich suchtkranke Partner zu suchen und mit diesen wiederum süchtig und co-abhängige gefährdete Kinder bekommen. Schauen Sie doch mal drauf! Sie finden die Links in der Navigation.

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