Sucht betrifft viele, mit-betroffen sind alle anderen.

illustration blumen zupfen

Willkommen

Sie interessieren sich für die Angehörigenproblematik der Sucht? Vielleicht weil Sie selbst als Kind, Partner, Eltern, Geschwister oder Freund betroffen sind, weil Sie sich in der Selbsthilfe engagieren oder weil Sie als Suchthelfer tätig sind? Vielleicht auch weil Sie Ihre Sucht hinter sich gelassen haben und erfahren möchten, wie andere unter Ihrem abhängigem Verhalten gelitten haben? Diese Website solidarisiert sich parteiisch mit suchtbelasteten Angehörigen.

Der Domänenname dieser Website soll einer vielschichten und facettenreichen psychischen, sozialen und auch gesellschaftlichen Problematik eine prägnante Überschrift geben. Angehörige haben es schwer, sie leiden genauso unter den Folgen und Begleiterscheinungen der Sucht wie die Suchtkranken. Co-abhängigiges Erleben und Verhalten ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Betroffene in der Hilfe für eine nahestehende suchtkranke Person verstricken. Durch die Aufopferung im Dienste der Sucht vernachlässigen sie sich selbst, ihre Lebensinteressen und Selbstfürsorge. Darüber entwickeln sie nicht selten eigene psychische und psychosomatische Probleme.

Angehörige benötigen Hilfe in Form von Prävention, Beratung, Schutz und Therapie. Doch sie nehmen oftmals die eigene Not kaum wahr und bagatellisieren ihre Probleme: "Ist nicht schlimm, alles gut!" Als Folge wird ihr stilles Leiden durch die Hilfesysteme von Prävention, Jugendhilfe, Suchthilfe und Psychotherapie nur unzureichend gesehen. In der bewussten Hinwendung und Beachtung von Angehörigen, davon bin ich überzeugt, liegt eine riesen Chance, die Hilfesysteme gerechter zu gestalten und eine bessere Vernetzung zu entwickeln.

Ihr Jens Flassbeck

Eine Angehörigenproblematik

Verschiedene Gruppen sind als Angehörige von Sucht betroffen: Kinder, erwachsene Kinder, Partner, Eltern, Geschwister, Freunde, Arbeitskollegen, Suchthelfer etc. Die Angehörigenproblematik hat zwar infolgedessen viele Gesichter, doch es gibt nur eine Angehörigenproblematik. Das möchte ich Ihnen erläutern. Zwischen den Betroffenengruppen gibt es eine große Schnittmenge: Aus belasteten, ängstlich angepassten Kindern in Suchtfamilien werden erwachsene Kinder mit psychischen Folgestörungen (Erkrankungsrisiko ca. 30%; Klein, 2001). Aus Mädchen aus Suchtfamilien werden Partnerinnen von Suchtkranken (Schuckit et al. 1994; Olmstedt et al., 2003) und aus diesen Partnerschaften gehen wiederum psychisch labile, sucht- und co-abhängig gefährdete Kinder hervor. Die Mehrheit der Partnerinnen und Mütter, seltener Partner und Väter, die ich in über 20 Jahren Angehörigenarbeit behandelt habe, ist biografisch schon durch eine Kindheit in einer Suchtfamilie vorbelastet gewesen.

Diese familiäre Wiederholung wird transgenerative Weitergabe oder Transmission genannt. Die süchtige Transmission, die eher Jungen resp. Männer betrifft, ist zwar allgemein bekannt, doch die co-abhängige Transmission, die eher Mädchen resp. Frauen betrifft, wird oft übersehen. Die eher Mädchen lernen von den psychisch labilen Mütter die co-abhängige Verantwortungsübernahme und Selbstaufopferung. Die Probleme von Kindern, Partnern und Eltern sind im Prinzip dieselben (» Transmission).

Aus diesen epidemiologischen, lebensgeschichtlichen und inhaltlichen Gründen wird die Angehörigenproblematik auf dieser Website ganzheitlich betrachtet und behandelt.

Zielgruppen

Früher bin ich lange als Suchttherapeut tätig gewesen und habe damals nach und nach begriffen, dass die Themen und Probleme der Angehörigen den beruflichen Herausforderungen der Suchthilfe entsprechen. Die therapeutische Arbeit mit Angehörigen ist Psychohygiene für Suchthelfer. Indem ich Angehörigen geholfen habe, klarer zu werden, sich besser abzugrenzen und mehr Selbstzuwendung und -fürsorge zu entwickeln, habe ich implizit gelernt, mich als Suchttherapeut konsequenter von den süchtigen Forderungen und Übertragungen abzugrenzen und sowohl die Sorge für die süchtige Klientel als auch die Selbstfürsorge im Berufsalltag besser auszubalancieren. Die Angehörigenarbeit hat mir geholfen, nicht auszubrennen und hart und zynisch zu werden, eine häufig zu findende Form der psychischen Beschädigung von Suchthelfern.

Der Begriff Angehörige wird als eine Kategorie verwendet, unter die auch Suchthelfer fallen. Alle Inhalte dieser Website richten sich gleichermaßen an familiär und beruflich Betroffene.

Illustrationen

Die Illustrationen von "Prinzessin & Frosch", welche diese Website schmücken sind von Sina Gruber (» Prinzessin).

Anliegen

Co-abhaengig.de habe ich 2010 eingerichtet, als mein erstes Fachbuch zum Thema herauskam. Damals hat es im deutschsprachigen Raum kaum informative Internetrepräsentationen zum Thema gegeben. Seitdem sind zwei weitere Fachbücher entstanden, ich habe eine Reihe an Artikeln verfasst, unzählige Vorträge gehalten, Interviews gegeben und Workshops und Fortbildungen zum Thema durchgeführt. Darüber hatte ich viele bereichernde Begegnungen zu Betroffenen wie auch zu anderen, in der Sache engagierten Fachleuten. Es sind kleinere und größere, kurz- und langfristige Kooperationen mit anderen engagierten Personen und Einrichtungen zustande gekommen. Vor allem aber habe ich von meinen Klienten gelernt. Ihre Erfahrungen sind für mich Geschenke. Ich bin dankbar, dass ich an ihren Entwicklungen, sich zu befreien und ihr Leben zurückzuerobern, teilhaben darf.

So ist aus dem in der Freizeit gepflegten Steckenpferd mein heutiger Arbeitsschwerpunkt geworden. Mit diesem Prozess ist auch die Website peu à peu gewachsen. Motiviert durch die Kooperation mit der Kollegin und Mitautorin Frau Judith Barth, habe ich mit dem Jahreswechsel 2020/21 alle Inhalte gründlich überarbeitet, Design und Navigation erneuert und viele neue Seiten hinzugefügt. Das Motiv für mein Engagement hat sich in all den Jahren nicht verändert: Ich möchte über eine tabuisierte Thematik informieren und zum kritischen Nachsinnen und konkreten Handeln anregen. Darüber hinaus gestallte ich die Website eigenständig und unabhängig und verfolge damit keine wirtschaftlichen, institutionellen oder sonstigen Interessen.

2021-07 | Suchtmittelbedingte Krisen

notfallnummer 112

In der letzten Zeit haben mir etliche Angehörige besorgt von suchtmittelbedingten psychischen und physischen Krisen und Notzuständen von ihren suchtkranken Eltern, Partnern oder Kindern berichtet. Typisch ist es, dass Angehörige aus Ängsten, Scham und Schuldgefühlen - niemand darf etwas mitbekommen - versuchen, die Situation eigenständig zu bewältigen. So überfordern sie sich und riskieren noch Schlimmeres.

Folgende Handlungsleitlinien möchte ich Ihnen geben:

  • In seelischen und körperlichen Notfällen (ernsthafte Verletzungen, akute Suizidalität, Intoxikation, schwere Entzugssymptomatik) zögern Sie bitte nicht, umgehend den Notarzt zu rufen.

  • Bei aggressiven, fremdgefährdenden Verhaltensweisen des Suchtkranken wenden Sie sich an die Polizei.

  • Bei seelischen Krisen ziehen Sie einen Krisendienst oder Sozialpsychiatrischen Dienst hinzu, damit dieser die Situation einordnet und ggfs. notwendige Schritte einleitet. Diese Dienste gibt es bundesweit in jedem Kreis bzw. in allen kreisfreien Städten.

  • Bei dementen, psychotischen und anderen ungünstigen Entwicklungen sprechen Sie mit einem Arzt über eine etwaige rechtliche Betreuung durch einen Berufsbetreuuer. Auch die Unterbringung in einem geeigneten Betreuten Wohnen kann die Situation für alle Beteiligten entschärfen.

  • Falls Sie unsicher sind, wie Sie in Notfällen und Krisen reagieren sollen, lassen Sie sich durch eine Suchtberatungsstelle oder einen Sozialpsychiatrischen Dienst beraten.

  • Notfälle gehen an niemanden spurlos vorbei. Nehmen Sie sich danach eine Auszeit und entlasten Sie sich durch Gespräche mit vertrauten Personen, bis sie wieder im Lot sind. Ist Ihr Leidensdruck als Folge der Belastungen übermäßig beeinträchtigend, kann eine ambulante Psychotherapie hilfreich sein.

2021-06 | Landesdrogenkonferenz

logo landesamt soziales, jugend und versorgung rheinland-pfalz

Letztes Jahr sind alle geplanten Veranstaltungen Corona-bedingt ausgefallen. Ich bin froh, dass mittlerweile dank der digitalen Entwicklungen wieder Veranstaltungen möglich sind. Am 07./08.06.2021 findet die Landesdrogenkonferenz mit dem Titel "Entwicklung und Herausforderung" in Rheinland-Pfalz statt. Ausrichter sind das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. Gleich zwei Beiträge beschäftigen sich mit der Angelegenheit der Angehörigen bzw. Kinder von Suchtkranken: Ein Workshop zur Situation von Kindern psychisch und suchtkranker Eltern und mein Vortrag mit dem Titel "Betroffen und beteiligt - Angehörige im zerstörerischen Sog der Sucht". In den letzten Jahren war ich oft in Rheinland-Pfalz. Dort gibt es in der Jugendhilfe, Suchtprävention und auch Gesundheitspolitik ein großes Bewusstsein für den Bedarf der Angehörigen.

» Einladung

2021-05 | Artikel & Rezension

logo für kinder

Frau Dr. Barnowski-Geiser, Autorin des vorzüglichen Ratgebers "Vater, Mutter, Sucht", hat eine Kombination aus Artikel über Kinder aus Suchtfamilien und Rezension zu unserem Buch "Die langen Schatten der Sucht" auf der Website der Stiftung Zu-Wendung für Kinder veröffentlicht. Der Artikel ist sehr informativ und zeigt auf, dass die Arbeit mit suchtbelasteten Kindern und Jugendlichen sowie die Therapie mit erwachsenen Betroffenen methodisch dieselbe ist. Lesenswert!

» Artikel

2021-05 | NACOA | Projekt

nacoa projekt vernetzung

Das 2020 gestartete Projekt "Bundesweite Vernetzung von Akteuren des Hilfesystems für Kinder suchtkranker Eltern" wird von NACOA Deutschland e.V. durchgeführt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für drei Jahre gefördert. Ziel ist der bundesweite Aufbau von Kommunikationsstrukturen zwischen Fachkräften der Suchthilfe, Jugendhilfe und des Gesundheitswesens. Für den interdisziplinären Austausch aller Akteure, die mit suchtbelasteten Familien insbesondere den Kindern suchtkranker Eltern zusammenarbeiten, soll eine eine Kommunikationsplattform aufgebaut werden. Diese soll an die Website von NACOA angegliedert werden und vor allem eine interaktive onlinebasierte Übersicht aller Angebote sowie begleitenden Veranstaltungen bieten.

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2021-04 | Lockdown | Kommentar

Aktuell werde ich oft gefragt, ob die Corona-Krise Auswirkungen für Angehörige hat. Ich möchte anhand der Situation der Kinder aus Suchtfamilien zwei Antworten geben:

1. Ja, die Situation hat sich zugespitzt. In den Kindergarten, zur Schule, zur Musikschule oder in den Verein zu gehen, bedeutet für die Kinder aus Suchtfamilien, der chaotischen, bedrückenden, konflikthaften, feindseligen und übergriffigen Familiensituation für ein paar Stunden am Tag zu entkommen und ein Stück Normalität zu erfahren. Durch den Lockdown ist den Kindern diese Möglichkeit genommen. Es kommt hinzu, dass die suchtkranken Eltern durch Home Office oder Kurzarbeit ebenfalls zuhause sind, mehr konsumieren, sich noch enthemmter verhalten und es noch mehr Streit gibt. Die Kinder sind der Situation rund um die Uhr schutzlos ausgeliefert. Erzieher und Lehrer haben mir berichtet, dass es besonders schwierig sei, Kontakt zu den Kindern aus Problemfamilien aufzunehmen und diese in die Notbetreuung zu holen.

2. Nein, die Situation war schon vor der Pandemie schlimm. Die Kinder hatten schon zuvor Stress, sie wurden vernachlässigt und wurden Opfer von Übergriffigkeiten. Schon immer haben andere - Familie, Nachbarn, Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter, Ärzte etc. - weggeschaut und die Kinder allein gelassen. Und ebenso kehrt die Fachwelt, die Gesundheitspolitik, die Medien und die Gesellschaft das Thema schon seit Jahrzehnten unter den Teppich. Daran hat sich nichts geändert.

Macht es einen Unterschied für ein Kind, ...

  • ob der Vater abends betrunken auf dem Sofa einschläft oder schon mittags berauscht am Küchentisch zusammensackt?

  • wenn sich die überforderte Mutter bei dem Kind drei- oder fünfmal in der Woche über die Eheprobleme mit dem suchtkranken Mann ausheult?

  • ob der versoffene Vater dem Kind einmal oder zweimal am Tag vorwirft, Schuld daran zu sein, dass es ihm schlecht geht, und ob der Vater das Kind statt zweimal sogar dreimal in der Woche prügelt?

  • ob die psychisch labile Mutter das Kind zwei- oder viermal in der Woche dafür lobt, wie groß und stark es ist und die Mutter ohne es nicht klar käme?

  • ob sich das Kind zwar tagsüber in der Klasse aufhält, sich allerdings dort fremd und allein fühlt oder es zurückgezogen und unsichtbar auf dem Zimmer am Online-Unterricht teilnimmt?

2021-02 | Roman | Rezension

Shuggie Bain ist ein Roman über das Aufwachsen von drei Kindern mit einer alkoholkranken Mutter. Die Geschichte spielt in den 80ern und Anfang der 90er in Glasgow auf dem gesellschaftliche Hintergrund des Thatcherism. Die klassische Industrie stirbt und Armut macht sich in den Schichten des Arbeitermileus breit. Die Mutter Agnes verliert sich immer mehr in Tagträumen von einem besseren Leben und im Suff. Der Vater Shug, Taxifahrer, geht notorisch fremd und verlässt schließlich die Familie. Die Kinder kümmern sich erfolglos um die Mutter. Eins nach dem anderen sucht das Weite, um das eigene Leben zu retten. Shuggie hält als Jüngster und Lieblingssohn am längsten an der Hoffnung fest, die Mutter retten zu können. Doch er hat eigene Probleme als Heranwachsender, der von allen vermittelt bekommt, nicht normal zu sein. Shuggies Befreiung ist auch eine Out-of-Age-Geschichte, wie er sich als Heranwachsender in seinem Anders- und Sosein annehmen lernt.

Der junge Autor Douglas Stuart hat mit seinem Debut-Roman den renommierten Booker Prize gewonnen. Bedauerlicherweise liegt das Buch derzeit nur in Englisch vor. Es ist in einer wunderbaren Mischung aus Gossen-Vokabular sowie bild- und symbolmächtigem Sprachstil formuliert, der die trostlosen sozialen, familiären und persönlichen Zusammenhänge hautnah erfahrbar macht und den Figuren gleichzeitig Stolz und Würde lässt. In der detailreichen Brutalität und Hässlichkeit der Schilderungen versteckt sich etwas respektvoll Sanftes und Menschliches. So realistisch abstoßend die Geschehnisse sind, ist man als Leser von den Schicksalsschlägen und der inneren Not der Protagonisten auch mitfühlend ergriffen. Es ist deswegen kein Buch, welches man in einem Rutsch lesen kann. Nach jedem Kapitel braucht es eine Pause, um Abstand zu nehmen, zu verarbeiten und einen neuen Zugang zum Weiterlesen zu finden.

Die Erfahrungen von Leek, Catherine und Shuggie in Stuarts Werk ähneln, trotz des anderen geschichtlichen Kontextes, verblüffend den Erzählungen meiner Klienten in der Therapie. Dies wirft die Frage auf, woher der Autor ein solches intimes Detailwissen zum Themenkomplex Suchtfamilie hat. Das Buch ist nichts für Zartbesaitete. Auch Betroffenen, die ihr Trauma noch nicht bewältigt haben, kann ich es nicht empfehlen. Ansonsten ist das Buch eine kleine Kostbarkeit, weil es Einblicke in menschlich Abgründe bietet, welche kein Ratgeber oder Fachbuch liefern kann und ich bislang nur in dem Film "Ein Teil von uns" finden konnte.

» Buch und Autor

2020-02 | COA-Aktionswoche | Ankündigung & Kritik

Vom 14. bis 20. Februar 2021 wird die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien unter dem Motto: "Vergessenen Kindern eine Stimme geben", stattfinden. Sie wird von NACOA Deutschland und Such(t)- und Wendepunkt Hamburg koordiniert. Alle Informationen zur Veranstaltung und Anregungen zum Mitmachen finden sich auf der Website der Aktionswoche. Dort können auch eigene Veranstaltungen angekündigt werden. Dieses Jahr werde ich aufgrund meiner Schwerpunktsetzung auf Aus- und Fortbildung (s.u.) nicht mit einer eigenen Aktion an der Woche teilnehmen.

Einen kritischen Gedanken möchte ich hier indes aufführen: Wie in den Jahren zuvor auch konzentriert sich die Ankündigung der Aktion in Bild und Inhalt allein auf die aktuell ca. drei Mio. Kinder in Suchtfamilien in Deutschland. Aus den betroffene Kindern werden bekanntermaßen Erwachsene - die Zahl wird auf fünf bis sechs Mio. geschätzt -, die ein beträchtliches, psychosoziales Risiko haben, ein Leben lang unter den Folgen ihrer biografischen Last zu leiden. Darüber hinaus ist hinlänglich bekannt, dass Mädchen aus Suchtfamilien später überdurchschnittlich häufig suchtkranke Partner suchen und mit diesen wiederum Eltern von sucht- und co-abhängig gefährdeten Kindern werden.

Das abhängige System aus Sucht und Co-Abhängigkeit ist nur unzureichend zu verstehen und zu behandeln, wenn der transgenerative Teufelskreis nicht beachtet wird (» Transmission). Die Problematik der suchtbelasteten erwachsenen Kinder, Partner und Eltern wird bedauerlicherweise von den Veranstaltern der Aktionswoche nicht berücksichtigt. Es ist in meinen Augen ein Widerspruch, den "vergessenen Kindern" öffentliche Beachtung zukommen zu lassen, was an sich lobenswert ist, dabei aber die erwachsenen Angehörigen zu vergessen. Unabhängig von meiner Kritik und trotz der coronabedingten Einschränkungen wünsche ich der COA-Aktionswoche ganz viel Teilnahme, Aufmerksamkeit und Erfolg.

» Website COA-Aktionswoche

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