Herzlich willkommen

Sie interessieren sich für die Angehörigenproblematik der Sucht? Vielleicht weil Sie selber betroffen sind, weil Sie suchtkrank waren, weil Sie als Suchthelfer arbeiten oder weil ein Freund von Ihnen betroffen ist? Diese Website ist angehörigenzentriert und solidarisiert sich parteiisch mit den Angehörigen und Kindern von Suchtkranken.

Gibt es Co-Abhängigkeit? Es wird behauptet, dass der Begriff Angehörige als krank stigmatisiere und er deshalb nicht mehr genutzt werden solle. Der meines Erachtens Pseudo-Diskurs lenkt davon ab, dass sich die Suchthilfe, -politik und -forschung in der Angehörigenproblematik bis heute zu wenig engagieren. Schaden hat dahingegen die weit verbreitete, falsche und leider bis heute gängige Sichtweise angerichtet, demnach Angehörige durch ihr Tun und Unterlassen angeblich Sucht auslösen und fördern. Wir sollten selbstkritisch unser mangelndes Engagement und unsere vorwurfsvolle Haltung gegenüber den Angehörigen überdenken.

Angehörige haben es schwer und sie leiden genauso unter den Folgen und Begleiterscheinungen der Sucht wie die Suchtkranken. Im Berufsalltag, auf Tagungen, in Fortbildungen oder Workshops mache ich die erfreuliche Erfahrung, dass viele KollegInnen unser Defizit sehr wohl erkannt haben: "Eigentlich müssten wir viel mehr tun!".

Sie könnten einwenden: Wir haben als Suchthilfe schon ausreichend Arbeit, die Suchtkranken sind unsere Zielklientel. Warum also sollen wir uns auch noch um die Angehörigen bemühen? Ich bin überzeugt, dass in der Hinwendung, Beachtung und Unterstützung von Angehörigen eine riesen Chance liegt, uns zu verbessern und eine effektivere Suchthilfe zu entwickeln.

Ihr Jens Flassbeck

2018-02 | Workshop zur Aktionswoche

Am Samstag den 10.02. hat unser Workshop "Meine Stärken, meine Sehnsucht" stattgefunden. Er war eine Kooperationsveranstaltung von Günter Philipps als Vertreter der Gütersloher Suchtselbsthilfe, der niedergelassenen Psychotherapeutin Frau Barth und mir als Vertreter meines Klinikums. Gute Angehörigenarbeit braucht Vernetzung und Kooperation. Der Workshop war gut besucht. Und meine Kollegin Frau Barth fand abschließend schöne Worte, als sie ihre Bewunderung formulierte, mit wieviel Wertschätzung sich die TeilnehmerInnen begegnet sind.
Der Workshop ist Teil der bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien, die vom 11. bis 17.02. stattfindet. Ziel der Woche ist es, den vergessenen Kindern eine Stimme zu geben. Die Veranstalter freuen sich über die gute Teilnahme mit insgesamt 110 Veranstaltungen und 20 Aktionen. Eine besondere hoffnungsvolle Note erhielt die Woche durch den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, in dem explizit auf die Verbesserung der Situation von Kindern mit psychisch kranken Eltern eingegangen wird.
» Homepage der COA-Aktionswoche » Statements und Presseerklärungen zur Aktionswoche

2017-12 | Wissenschaft

Die Universität Bamberg führt eine Studie durch, in der die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben bei jungen erwachsenen Kindern von Alkoholikern untersucht wird. Gut so! Das ist die Form von Wissenschaft, die wir brauchen.
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2017-12 | Film

Wieder in der Mediathek: Ein Teil von uns, Fernsehfilm der ARD: "Nadja hat ihr Leben endlich im Griff - ein guter, erfüllender Job, eine eigene Wohnung und eine neue Liebe. Dann taucht plötzlich ihre Mutter Irene auf und stellt all das scheinbar wieder in Frage." Ein beeindruckende Geschichte über Nadja und ihre Leiden und Nöte als erwachsene Tochter einer alkoholkranken Mutter, schonungslos und unprätentiös erzählt. Es wird nicht übertrieben und nichts schöngeredet. Der für mich beste Film zum Thema. Die schauspielerische Leistung von Brigitte Hobmeier geht unter die Haut.
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2017-11 | Buch

Neuerscheinung: Angel, F. (2017). Mama Mutsch und mein Geheimnis. Wien: Jungbrunnen.
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2017-09 | Buch

Neuerscheinung: Schottner, D. (2017). Dunkel Blau. Wie ich meinen Vater an den Alkohol verlor. München: Piper.
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2017-07 | Wissenschaft

Das Angehörigennetzwerk AnNet ist ein partizipatives Forschungsprojekt, in dem die Angehörigen die Wissenschaftler sind, die Fragen stellen, forschen und diskutieren. Dies erweitert die Perspektive der Wissenschaft. Die untersuchte Gruppe ist kein Objekt, sondern wird zu Untersuchern, die (sich selber) beobachten und analysieren. Sie werden nicht zu Experten ihrer Thematik gemacht, sie SIND die Experten. Dadurch entstehen neue, unmittelbare Perspektiven. Im abschließenden AnNet-Arbeitsbuch sind die Ergebnisse und Erfahrungen auf sehr ansprechende Weise dargestellt - für Angehörige, Praktiker und Entscheider. Es ist beeindruckend, was Frau Dr. Schnute als Projektmoderatorin innerhalb von zwei Jahren gemeinsam mit den beteiligten Angehörigen und ihrem jungen Team an den zwei Standorten Hildesheim und Landau auf die Beine gestellt hat. Nachahmenswert! Wie es geht, steht im Buch.
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